Heim/Telearbeitsplatz (Allgemeines)

WernerT, Friday, 19.03.2010, 10:15 (vor 6062 Tagen)

Hallo, kann man aus dem § 81 auch die Pflicht zur Ausgestaltung eines Heimarbeitsplatzes ableiten> An den Kosten zur Einrichtung würde sich die Örtliche Fürsorgestelle beteiligen. Eine Mitarbeiterin leidet an der Crohn Krankheit und hat beim AG nachgefragt ob es möglich ist einen oder zwei Tage zu Hause zu arbeiten. Dies wurde vom AG mit einer fadenscheinigen Begründung abgelehnt.
Im voraus Danke.
Mfg Werner

Heim/Telearbeitsplatz

hackenberger, Friday, 19.03.2010, 10:55 (vor 6062 Tagen) @ WernerT

Hallo Werner,

hier sehe ich keinen wirklichen Rechtsanspruch. Aber ich würde es einmal mit einer guten Begründung des Facharztes und Einbeziehung des Betriebsarztes versuchen.

Anders würde es ggf. aussehen, wenn es im Betrieb/ Unternehmen grundsätzlich diese Art der Arbeitsplätze gibt. Also auch bei anderen KollegenInnen.

Heim/Telearbeitsplatz

Jo, Hessen, Tuesday, 30.03.2010, 22:58 (vor 6051 Tagen) @ hackenberger

Hallo Bernhard,

Ergänzungsfrage zu:

» Anders würde es ggf. aussehen, wenn es im Betrieb/ Unternehmen
» grundsätzlich diese Art der Arbeitsplätze gibt.

kennst Du vielleicht Rechtsprechung dazu, falls o.a. zutrifft >

Viele Grüße,
Jo

Heim/Telearbeitsplatz

Hans-Peter-Semmler, Regensburg, Wednesday, 31.03.2010, 08:04 (vor 6050 Tagen) @ Jo

Hallo Jo,
eine Rechtssprechung dazu ist nicht bekannt.
Da dies Individualrecht ist müsste der Koll. selbst den AG auf Einhaltung des §81 verklagen.

Wenn andere Koll. im Betrieb einen Tele-AP haben käme der "Gleichbehandlungsgrundsatz" in Frage.

Aber versuche es doch mal mit weiteren Argumenten.
Fündig wirst du hier:
http://www.verdi-innotec.de/freie_seite.php3>si=4bb2e555ef54f&hauptkategorie=themen&unterkategorie=telearbeit

--
Herzlichen Gruß
Hans-Peter

Heim/Telearbeitsplatz

Jo, Hessen, Wednesday, 31.03.2010, 20:41 (vor 6050 Tagen) @ Hans-Peter-Semmler

Hallo Hans-Peter,

ja, Verdi & IG-Metall haben in dem Bereich gute Arbeit gemacht, gute Argumente und auch viele Projekte begleitet, das nutze ich bereits.

Für Schwerbehinderte kann diese Arbeitsform wirklich arbeitsrettend sein, ich kenne dazu viele Beispiele. Daher versuche bei uns im Unternehmen möglichst viele Argumente zu sammeln, um unsere tarifvertragliche Kann-Regelung in Richtung Soll-Regelung zu bewegen.

Vielleicht haben wir mehr Chancen über europäische Rechtsprechung, es gab ja schon recht arbeitnehmerfreundliche Urteile (Stichwort Resturlaub und Anrechnung der Beschäftigungszeit).

Wenn jemand von irgend einem Urteil erfährt, bitte sofort weitergeben.

@ Werner: wie schon von Hans-Peter gesagt, schau' mal ob nicht einige nicht behinderte Kollegen vorwiegend/häufig von zu Hause arbeiten. Häufig sind "Chefs" und gut bezahlte Kollegen darunter, hier könnte man mit Unterstützung des BR etwas Druck aufbauen. Auch wenn parallel eine Reorg ansteht (kommt inzwischen ja ab und zu vor) kann man passende Argumente in die Waagschale werfen. Es gibt auch Studien/Auswertungen von Projekten, die viele Vorurteile entkräften.

Danke & erholsame Ostern,
Jo

PS: und ich möchte alle zu einem Erfahrungsaustausch zu diesem Thema ermuntern, ich halte es für wirklich wichtig.

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