Gleichstellung trotz Arbeitsvertrag (Antragstellung / Widerspruch)

hackenberger, Tuesday, 12.01.2010, 00:37 (vor 5242 Tagen) @ NicNac

Hallo "NicNac",

schau doch bitte einmal wie im ersten Forumsbeitrag " Streng geheim..." geschrieben (gebeten) unter A-Z "Gleichstellung"

Dort ist das Thema sehr gut und ausführlich behandelt. Weiter kannst Du auch noch mit der Suchfunktion, wie auch in dem o.a. Beitrag erwähnt, unter dem Suchbegriff "Gleichstellung" noch viele Beiträge zu diesem Thema finden.

Doch in dem vor Dir hier beschriebenen Fall, sehe ich die Chancen auf Gleichstellung nicht besonders groß. Denn die Gründe für eine Gleichstellung sind im Gesetz, § 2 Abs. 3 SGB IX abschließend geregelt.

"Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen)."

Hier wäre ja ggf. der letzte Halbsatz (Grund - Ap nicht erlangen) des Abs. 3 der ausschlaggebende Sachverhalt gewesen, der ist nun aber nicht mehr gegeben wie die Arbeitsagentur richtiger Weise festgestellt hat.

Man könnte es nun auf dem Wege eines persönlichen Gespräches mit dem zuständige SB der Arbeitsagentur versuchen, diesen davon zu überzeugen, dass hier ein "ungeschickter Zeitablauf" leider zu dieser Situation geführt hat und auf Entgegenkommen hoffen.

Ein Rechtsanspruch aus § 2 Abs. 3 letzter Halbsatz (Grund - Ap nicht erlangen) ergibt sich hier nicht mehr.

Es bliebe sonst nur noch der andere Sachverhalt des letzten Halbsatz (Grund - nicht behalten können) des § 2 Abs. 3 SGB IX, wenn also wegen der Behinderung das Beschäftigungsverhältnis bedroht wäre.

Hier könnte sich so kurz nach der Ablehnung aber eine akzeptable Begründung als schwierig erweisen, da der AG ja wissend der Behinderung das Beschäftigungsverhältnis/ ArbV angeboten hat.

Anmerkung:
Eine Gleichstellung um einen Arbeitsplatz zu erhalten ist nicht der Regelfall für eine Gleichstellung.

Dieses löst oftmals die Aktivität auf Seiten des AG voraus. Dieser schreibt eine zu besetzende Stelle bewusst für die Besetzung mit einem Schwerbehinderten aus und bittet auch die Arbeitsverwaltung ihm entsprechend arbeitsuchende schwerbehinderte Bewerber zu entsenden.

Hier sollte dann auch um eine Gleichstellung zu begründen von einem Behinderten belegt werden, dass dieser Arbeitsplatz, dass Erlangen dieses Ap an das Bestehen einer Schwerbehinderung oder Gleichstellung gekoppelt ist.

Ich sehe hier aber ggf. auch ein mögliches Problem für die AG, wenn diese dieses (Art und Grund der vorgesehenen Besetzung) nicht entsprechend begründen, weil die Ablehnung eines behinderten Bewerbers, weil er nicht gleichgestellt wird/ werden kann, weil der GdB ggf. kleiner 30 ist, mit dem AGG. Also ein ggf. vorhandenes Indiz für einen Verstoß gegen § 1 AGG, weil er einen behinderten Bewerber dann ja mangels einer Gleichstellung nicht nimmt. Denn das AGG versteht unter Behinderung lt. § 1 AGG, auch eine Behinderung mit einem GdB kleiner 30 oder 30 ohne Gleichstellung.

PS: Bitte auch die restlichen Punkte, Ort (Bundesland):, Gesetz, Anzahl der Schwerbehinderten, des Profils ergänzen.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion