Fragebogen Gleichstellung (Allgemeines)

Luculus, Thursday, 29.04.2021, 17:38 (vor 2001 Tagen) @ albarracin

diese Aussage von Dir

Ich sehe das Vorgehen der Betriebsräte sehr kritisch vor allem in Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung zumal die betroffenen Kollegen darüber nicht informiert werden.

ist so nicht richtig. Am Ende des Gleichstellungsantrages wird jede/r Antragsteller/in deutlich hervorgehoben über die idR notwendige Befragung von "Betriebs-/Personalrat (Stellen nach § 93 SGB IX)" informiert und muß für diese Befragung eine separate Zustimmung geben.
Und mit dieser Formulierung sind immer die Gremien insgesamt gemeint und die Zustimmung bezieht sich ebenfalls auf die Gremien.

Wenn ich nur meinen Betrieb angucke, dann wären das im schlimmsten Fall 30-60 Personalräte die dann Diagnosen und Behinderungen diskutieren. Wenn ich mir dann den Fall einer sehr jungen Frau mit Colitis Ulcerosa vorstelle, die käme nicht mehr in den Betrieb und würde sich etwas antun. Bei uns hat nicht einmal jeder Sachbearbeiter z.B. Zugriff auf alle BAFÖG Unterlagen sondern nur auf seine Rate. Daher nimmt sich der Personalrat des Vertrauens des Falles an. Bei der SBV zwar unzulässig aber auch da handhaben wir das so. Wer, aus welchen Gründen auch immer nicht zu mir möchte, der geht zum Stellie

Verschwiegenheit
Das ist ein Problem der jeweiligen Gremien. Abgesehen von Deiner unzulässigen Pauschalisierung müssen halt diese Gremien immer wieder dahingehend sensibilisiert werden, daß das Ausplaudern halt kein Kavaliersdelikt ist.

Nein, ist es nicht aber bei so sensiblen Themen ist es schlimm wenn es in der Welt ist und bei 30 Leuten findest du auch kaum raus wer es war.
Wenn Du aber den Datenschutz so sehr betonst, frage ich mich auch, ob Dir für dieses evtl. hochriskante Handeln,

Wobei ich auch mit Erlaubnis der Betroffenen mich mit dem Arbeitgeber zusammensetze und ihm seinen Part in die Feder flüstere. ;-)

die möglichen Gefahren bewußt sind, weil Du evtl. dem Arbeitgeber für die Gefährdung des Arbeitsverhältnisses die Argumente quasi "frei Haus" lieferst.
Ich habe hier als SBV eine absolute und strikte Trennlinie gegenüber dem AG, denn es ist im Einzelfall für den AN besser, wenn sich der AG nur oberflächlich und unsubstantiiert äußert.

Jein, bisher ist es mir einmal untergekommen, dass es nicht sinnvoll war mit dem AG zu sprechen und da habe ich es auch nicht gemacht! Ansonsten kreuzt der an Arbeitsplatz ist sicher alles toll und ich bin sowieso ein soooo verständnisvoller Chef. Die sehen auch nicht dass eine Umsetzung auf eine niedrig dotierte Stelle ein Arbeitsplatzverlust ist oder dass sie vielleicht nicht bereit sind ein notwendiges Hilfsmittel aus dem eigenen Budget zu zahlen bzw. den Arbeitsplatz anzupassen. Bei uns füllt den Bogen nicht die Personalabteilung aus sondern der direkte Vorgesetzte und davon haben wir so 120+ Personen. Die meisten haben einfach nur Interesse dass die Mitarbeiter gut eingesetzt werden und alles läuft. Bei uns hat niemand Interesse daran kranken Mitarbeitern zu kündigen.

Danke für deine klaren Worte


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